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Bundesverband der Mütterzentren e.V.

10.10. Internationaler Tag der Mütterzentren – Wusstest du, dass…?

Int Tag der Mütterzentren 48x36.1Diesen Samstag ist Internationaler Tag der Mütterzentren. Doch was ist überhaupt ein Mütterzentrum? In vielen Köpfen erscheint direkt ein Bild. Ein Raum mit Müttern und Kindern. Beim Spielen. Beim Reden. Ein Raum für Mütter.

Doch wir wissen, dass die Vielfalt unserer Mütterzentren viel mehr beinhaltet als nur einen Raum für Mütter und Kinder. Daher haben wir zum diesjährigen Internationalen Tag der Mütterzentren spannende Fakten zusammengetragen, die manchmal vielleicht überraschen.

Bereits letztes Jahr haben wir gemeinsam mit dem Mütterforum Baden-Württemberg die acht Alleinstellungsmerkmale der Mütterzentren definiert: Willkommenskultur und Gastgeber:innenprinzip, Praxisexpert:innen, Empowerment durch Teilhabe, Selbstorganisation & Beteiligung, Kinder sind selbstverständlich dabei, Mütter und Sorgearbeit im Mittelpunkt, Mütterlichkeit als gemeinsame Fürsorge, Offener Treff.

Diese Werte werden in jedem Mütterzentrum gelebt, unabhängig von der Größe, unabhängig davon, ob es hauptamtlich oder rein ehrenamtlich getragen wird. Dadurch werden Mütterzentren zu Orten für Gemeinschaft und neue Freundschaften. Hier sind alle Generationen willkommen. Für viele Besucher:innen und Mitarbeiter:innen sind sie ein Ankerplatz mitten im Leben, zum Ankommen, Innehalten und Auftanken. Hier werden Entscheidungen gemeinschaftlich aus der Mitte getroffen und Anliegen von Frauen und Familien in die Politik getragen.

Genau diese Werte und die Vielfalt der daraus entstandenen Mütterzentren wollen wir diesen Samstag am Internationalen Tag der Mütterzentren feiern.

Deutscher Engagementpreis: Eure Stimme für Langen

Deutscher Engagementpreis 48x36.1Seit diesem Jahr ist unser Praktissima-Preis auch beim Deutschen Engagementpreis registriert. Der Deutsche Engagementpreis verbindet Engagementpreise aus ganz Deutschland. Er macht sichtbar, was Menschen für andere und für unsere Gesellschaft tun. Wir nominieren die erste Praktissima-Preisträgerin des Vorjahres für den Deutschen Engagementpreis. In diesem Jahr haben wir daher das Mütterzentrum Langen, Preisträger der Praktissima 2025, mit ihrem Podcast aus der Zukunft nominiert.

Neben von der Fachjury vergebenen Preisen in verschiedenen Kategorien gibt es auch einen Publikumspreis. Hierzu könnt ihr noch bis zum 29.10. um 17:59 Uhr abstimmen. Dazu braucht ihr nur eine deutsche Mobilfunknummer. So funktioniert die Abstimmung:

https://www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis/nominierte/6741-muetterzentrum-langen-ev

1. Mütterzentrum Langen auswählen

2. Handynummer eingeben

3. Bestätigungscode der SMS eingeben

4. Auf „Jetzt abstimmen“ klicken

Je mehr Stimmen wir für Langen sammeln können, umso mehr Sichtbarkeit erzeugen wir für die Praktissima und für Mütterzentren!

EU AI Act

EU AI Act 48x36.1Seit dem 2.8.2026 sind die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Acts in Kraft. Danach gelten in bestimmten Fällen Transparenz- und Kennzeichnungspflichten beim Einsatz von KI.

Das kann auch euch als Mütterzentren betreffen, wenn ihr KI zum Erstellen von Texten und Bildern nutzt, die ihr anschließend veröffentlicht, oder einen KI-basierten Chatbot einsetzt. Allerdings führt nicht jeder Einsatz von KI automatisch zu einer Kennzeichnungspflicht. Vielmehr geht es darum, dass Nutzer:innen erkennen können, dass sie mit KI kommunizieren oder ein KI-generiertes Bild sehen. Konkrete Anwendungsfälle sind:

1. Chatbot
Wenn ihr einen KI-gestützten Chatbot verwendet, muss für Nutzer:innen erkennbar sein, dass sie mit einem KI-System interagieren, sofern dies nicht ohnehin offensichtlich ist.

2. Bilder, Videos und Audiodateien
Nicht jedes bearbeitete Bild, Video oder Audio muss direkt gekennzeichnet werden. Verhindert werden soll eine Täuschung der Verbraucher:innen. Wird ein Bild, Video oder Audio also so verändert, dass reale Personen, Orte, Einrichtungen oder Ereignisse zu sehen oder zu hören sind, obwohl diese Szene so nie stattgefunden hat, muss dies gekennzeichnet werden. Eine rein technische oder gestalterische Bearbeitung, wie Kontrastkorrekturen, Anwendung eines Filters oder Zuschneiden einer Datei ist weiterhin ohne Kennzeichnung möglich.

3. Texte
Von der KI erstellte Texte müssen gekennzeichnet werden, wenn sie veröffentlicht werden, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren. Dies gilt allerdings nicht, wenn der durch KI erstellte Text danach einer redaktionellen Prüfung unterlag, d.h. eine Person den Text inhaltlich nochmal auf seine Richtigkeit kontrolliert hat und die redaktionelle Verantwortung übernimmt.

Bitte denkt auch daran, die KI-Kompetenz eurer Mitarbeiter:innen zu fördern. Diese Verpflichtung gilt unabhängig von den neuen Transparenzpflichten bereits seit Februar 2025. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt unter anderem davon ab, welche KI-Systeme ihr einsetzt und wie sie genutzt werden.

Diese Hinweise sollen euch eine erste Orientierung geben. Wenn ihr bei einem konkreten Einsatz unsicher seid, schaut am besten noch einmal in die folgenden Artikel mit weiteren Informationen und prüft den Einzelfall.

Weitere Informationen findet ihr bei so geht digital, dem Deutschen Stiftungszentrum und freiwillig engagiert.

 

 

 

Sorgearbeit & Mental Load: Hilfreiche Online-Tools

Sorgearbeit Mental Load 48x36.1 V2Sorgearbeit und Mental Load bleiben ungleich verteilt. Das zeigen Zahlen des Bündnisses Sorgearbeit vom September 2025: Frauen und Mütter übernehmen einen Großteil der Verantwortung und die damit verbundenen Einbußen bei der Erwerbsarbeit. Für eure Arbeit haben wir euch einige praktische Tools und Hintergrundwissen zusammengestellt. So könnt ihr mit Familien ins Gespräch kommen über Wert, Verteilung und strukturelle Rahmenbedingungen von Sorgearbeit.

Bewerbt euch jetzt: Kostenfreie Bücher für mehrsprachige Kinder

Kostenfreie Bücher 48x36.1 V1In vielen Mütterzentren gehen nicht nur deutschsprachige Familien ein und aus. Viele Kinder lernen gleichzeitig mehrere Sprachen. Gleichzeitig haben sie durch fehlende Informationen oder Angebote weniger Zugang zu Bildung. Die Stiftung Lesen hat daher ein Projekt gestartet, mit dem mehrsprachig aufwachsende Kinder bis zehn Jahre nachhaltig beim spielerischen Deutschlernen unterstützt werden sollen. Hierzu stellt sie, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, mehrsprachige Buchgeschenke, altersgerechte Lese- und Medienboxen sowie ein eLearning-Programm für Fachkräfte zur Verfügung. Bewerben könnt ihr euch bis 30.11.2026!

Weitere Informationen bekommt ihr hier. 

Bewerben könnt ihr euch noch bis zum 30.11.2026 hier.

Ausblick: Der Herbst beim Bundesverband der Mütterzentren

1 Ausblick Herbst 48x36.1In den nächsten Monaten stehen einige wichtige Termine an. Damit ihr gut planen könnt, haben wir hier alle Informationen für euch zusammengestellt. Selbstverständlich bekommt ihr zu den einzelnen Events zusätzlich vorab eine E-Mail.

Dienstag, 8. September 2026: Digitale Plauderecke
9-10 Uhr oder 12-13 Uhr, Online bei Teams

Samstag, 10. Oktober 2026: Internationaler Tag der Mütterzentren
Lasst uns auf Social Media gemeinsam sichtbar werden!

Freitag, 6. November, und Samstag, 7. November 2026: Dialogtisch moderieren (Schulung)
im Mütterzentrum Osterholz-Tenever in Bremen, mit Ute Latzel

Freitag, 20. November, und Samstag, 21. November 2026: Fachtag
im Mütterzentrum Beckum, Thema: „Offene Familienarbeit im Wandel: Zukunft gestalten, Krisen meistern“

Montag, 7. Dezember, bis Freitag, 11. Dezember 2026: Online-Themenwoche
zum Thema „Gut aufgestellt: Finanzierung, Wirkung und Zukunftsfähigkeit in Mütterzentren“, Online bei Teams

Hilfe sichtbar machen – auch bei euch im Haus

2 Hilfe sichtbar machen V2 48x36.1Nicht jede Unterstützung kann und muss ein Mütterzentrum selbst leisten. Aber ein offenes Ohr und der Hinweis auf die richtige Anlaufstelle können ein wichtiger erster Schritt sein.

Genau deshalb stellen wir in unserer Instagram-Reihe „Hilfe sichtbar machen“ jede Woche Beratungs- und Hilfsangebote vor. Viele davon bieten auch Materialien, die ihr unkompliziert in euren Mütterzentren sichtbar machen könnt. Deshalb haben wir euch einige Plakate und Infomaterialien zum Ausdrucken oder Bestellen zusammengestellt.

Vielleicht finden einige der Plakate auch bei euch einen sichtbaren Platz.

Plakate der Nummer gegen Kummer: https://www.nummergegenkummer.de/aktuelles/materialien/

Plakat Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen, auch mehrsprachig: https://www.hilfetelefon.de/materialien/materialien-bestellen/

Plakat Schreiben statt Schweigen: https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/291254/03a6ddef9360c69916c9955df69d69a8/hilfen-im-netz-plakat-data.pdf
Weitere Informationen: https://www.hilfenimnetz.de/

Was Mütter und Familien brauchen

3 Was Familien brauchen 48x36.1Politische Entscheidungen zeigen ihre Wirkung im Alltag von Familien. In Mütterzentren erleben wir, wo Rahmenbedingungen tragen und wo sie zusätzlichen Druck erzeugen.

Genau deshalb schauen wir hin, wenn politische Debatten Mütter und Sorgeverantwortliche betreffen. Im Folgenden zeigen wir drei aktuelle Themen, die uns aus Sicht der Mütterzentren besonders wichtig sind.

Familien brauchen Verlässlichkeit

Beim Elterngeld soll die maximale Bezugsdauer von 14 auf zwölf Monate verkürzt werden, gleichzeitig sind mehr festgelegte Partnermonate vorgesehen. Beim Unterhaltsvorschuss steht im Raum, die Leistung künftig nur noch bis zum 16. statt bis zum 18. Geburtstag zu zahlen. Noch sind diese Änderungen nicht beschlossen.

Beide Debatten haben wir aus Sicht der Mütterzentren aufgegriffen. Denn für uns ist klar: Familienpolitische Leistungen sollen Familien entlasten und Sicherheit geben. Mutterschaft darf nicht zum finanziellen Risiko werden. Wer für die Betreuung eines Kindes Erwerbsarbeit reduziert, darf dadurch nicht dauerhaft schlechter abgesichert sein.

Gleicher Lohn ist eine Frage von Gleichstellung

Als Erstunterzeichnerin unterstützen wir die Petition zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie.

Denn Sorgearbeit, Erwerbsarbeit und wirtschaftliche Eigenständigkeit hängen eng zusammen. Wer Verantwortung für Kinder oder Angehörige übernimmt, darf daraus nicht zusätzlich langfristige finanzielle Nachteile tragen. Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit gehört deshalb für uns zu den Rahmenbedingungen echter Gleichstellung.

Wer die Petition ebenfalls unterstützen möchte, findet sie hier: https://weact.campact.de/petitions/gleicher-lohn-fur-gleiche-arbeit-jetzt

Stillen muss auch im öffentlichen Raum selbstverständlich sein

Die Aktion #ichstillwoichwill unterstützen wir weiterhin. Sie macht sich dafür stark, dass Mütter ihr Kind dort stillen können, wo es Hunger hat, Nähe oder Beruhigung braucht. Auch im öffentlichen Raum und ohne Rechtfertigungsdruck.

Das berührt einen Grundgedanken der Mütterzentren unmittelbar. Sie sind aus dem Wunsch entstanden, dass Mütter mit ihren Kindern selbstverständlich am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Mütterzentren leben das bis heute: Kinder gehören dazu. Sorgearbeit darf sichtbar sein. Und gesellschaftliche Teilhabe muss auch mit Sorgeverantwortung möglich sein.

Was in euren Mütterzentren täglich sichtbar wird, ist auch politisch relevant. Denn hier zeigt sich ganz konkret, wo Familien Unterstützung brauchen, wo Rahmenbedingungen nicht tragen und was Teilhabe möglich macht. Genau dieses Praxiswissen ist eine Stärke der Mütterzentrumsbewegung.

Geschichte der Mütterzentren – Gemeinschaftsprojekt mit dem Mütterforum Baden-Württemberg

4 Geschichte der Mütterzentren V3 48x36.1Seit den 1980er-Jahren schaffen Mütterzentren und offene Häuser Orte der Begegnung, Solidarität und Selbsthilfe. Viele Menschen haben diese Bewegung geprägt und über Jahrzehnte mitgestaltet. Diese Geschichte möchten wir bewahren und sichtbar machen.

Gemeinsam mit dem Mütterforum Baden-Württemberg sammeln wir Erfolgsgeschichten, Kampagnen und Meilensteine der Mütterzentrumsbewegung. Die Materialien werden zeitlich eingeordnet und zu einem lebendigen Zeitstrahl der gemeinsamen Geschichte zusammengeführt.

Dazu brauchen wir euch: Wenn ihr Materialien zur Geschichte eures Hauses oder der Mütterzentrumsbewegung allgemein habt, teilt sie gerne mit uns! Ihr müsst nichts sortieren oder aufbereiten. Auch einzelne Fundstücke, Fotos oder spontane Erinnerungen sind wertvoll.

Schickt eure Materialien gerne an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Große Dateien könnt ihr uns nach Absprache selbstverständlich auch auf anderem Weg übermitteln.

Wichtig: Da wir ausgewählte Materialien später veröffentlichen möchten, achtet bitte darauf, dass ihr die entsprechenden Rechte habt oder die Materialien zur Veröffentlichung weitergegeben werden dürfen.

Mit euren Beiträgen wird sichtbar, wie die Mütterzentrumsbewegung entstanden ist, was sie bewegt hat und wie sie sich über die Jahrzehnte entwickelt hat. So entsteht ein gemeinsames Gedächtnis der Bewegung – und zugleich eine Inspiration für kommende Generationen von Engagierten.

Wir freuen uns auf eure Geschichten und Schätze aus den vergangenen Jahrzehnten!

Ein gemeinsames Projekt von
Bundesverband der Mütterzentren e. V.
und
Mütterforum Baden-Württemberg e. V.

Politische Kontakte finden: ein Recherche-Tipp

5 Abgeordnetenwatch 48x36.1Demokratie lebt vom Austausch. Denn Interessen können nur vertreten werden, wenn sie immer wieder laut geäußert werden.

In Mütterzentren seht ihr täglich, was Familien bewegt: Anerkennung von Sorgearbeit, Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eure Perspektive ist wertvoll – und muss gehört werden.

Doch nicht jedes Mütterzentrum hat bereits Kontakte zu Abgeordneten aus der eigenen Region. Wenn ihr herausfinden möchtet, wer euren Wahlkreis in Landtag oder Bundestag vertritt, kann die Plattform abgeordnetenwatch.de eine hilfreiche erste Anlaufstelle sein: www.abgeordnetenwatch.de/profile

Dort findet ihr u.a. Informationen zu Ausschussmitgliedschaften, Abstimmungen sowie bereits gestellten Fragen und Antworten. Die Plattform ist dabei nur eine von mehreren Kontaktmöglichkeiten. Natürlich könnt ihr Abgeordnete auch direkt über ihre Büros erreichen. Gerade wenn ihr die Arbeit eures Mütterzentrums vorstellen oder auf Erfahrungen und Bedarfe von Familien vor Ort aufmerksam machen möchtet, ist ein persönlicher Kontakt hilfreich.

Egal wo, probiert es gerne aus: Tretet mit Politikerinnen und Politikern in Kontakt. Stellt eure Fragen. Macht sichtbar, was Familien vor Ort wirklich bewegt. Macht sichtbar, was Mütterzentren und offene Häuser leisten. So wird aus Alltagserfahrung politischer Dialog.

Neu im Netzwerk: Allianz gegen Einsamkeit

6 Allianz gegen Einsamkeit 48x36.1Seit August ist der Bundesverband Mitglied der Allianz gegen Einsamkeit.

Wer Einsamkeit wirksam begegnen will, braucht Orte, an denen Gemeinschaft im Alltag entstehen kann. Mütterzentren sind genau solche Orte: niedrigschwellig, verlässlich und nah an den Menschen. Als Teil der sozialen Infrastruktur vor Ort stärken sie Begegnung, Teilhabe und tragfähige soziale Netzwerke.

Die Erfahrungen aus rund 350 Mütterzentren möchten wir in die Allianz einbringen und dazu beitragen, wirksame Ansätze gegen Einsamkeit stärker sichtbar zu machen.

Fachtagung Kompetenznetz Einsamkeit: Gemeinsam gegen Einsamkeit

Kompetenznetz Einsamkeit V2Zum Auftakt der Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ fand in Berlin die 5. Konferenz des Kompetenznetz Einsamkeit statt. Gleichzeitig wurde die neue Allianz gegen Einsamkeit gestartet, die vom Bundesfamilienministerium initiiert wurde.

Unsere Vorständin Yvonne war für den Bundesverband vor Ort. Für uns wurde dabei noch einmal deutlich: Einsamkeit kann alle treffen, in unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenslagen. Und da sie oft privat bleibt, muss es offene Begegnungs- und Vernetzungsmöglichkeiten geben.

Genau hier sind Mütterzentren wichtig. Sie schaffen offene Orte im Quartier, an denen Menschen niedrigschwellig miteinander in Kontakt kommen können. Niemand muss eine Diagnose, einen Antrag oder einen Nachweis mitbringen. Menschen können einfach kommen, mit ihren Kindern, ihren Fragen, ihrer Erfahrung und ihrem Wunsch nach Begegnung.

Kompetenznetz Einsamkeit V1Die Konferenz hat gezeigt: Gegen Einsamkeit braucht es verlässliche Netzwerke, gute lokale Strukturen und Orte, die Menschen tatsächlich erreichen. Einsamkeit wird dort spürbar, wo Menschen leben: im Stadtteil, im Dorf, in der Nachbarschaft.

Ein praktischer Impuls: Auch Stadtbüchereien verstehen sich zunehmend als Orte für Begegnung, Selbsthilfe und Austausch. Vielleicht gibt es auch bei euch eine Bücherei, mit der gemeinsame Angebote, Vorträge oder Begegnungsformate möglich wären?

Unser Fazit: Einsamkeit lässt sich nicht mit einzelnen Aktionen lösen. Es braucht dauerhaft offene Orte, weniger Hürden für Engagement und starke Gemeinschaften vor Ort. Mütterzentren leisten dazu jeden Tag einen wichtigen Beitrag.

Deutscher Gemeinsamkeitspreis 2026

Deutscher Gemeinsamkeitspreis 48x36.1Bewerbt euch jetzt: Das Kompetenznetz Einsamkeit und das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend vergeben 2026 erstmals den Deutschen Gemeinsamkeitspreis. Ausgezeichnet werden Projekte, Organisationen und Initiativen, die Einsamkeit verringern und soziale Verbundenheit stärken.

Wir möchten euch ausdrücklich ermutigen, euch mit euren Projekten zu bewerben. Zeigt, wie vielfältig eure niedrigschwelligen Begegnungsangebote gegen Einsamkeit wirken: im offenen Treff, in Gruppenangeboten, durch Nachbarschaftshilfe und generationenübergreifende Projekte oder einfach durch Orte, an denen Menschen willkommen sind.

Das Preisgeld beträgt insgesamt 25.000 Euro. In jeder Kategorie werden drei Projekte ausgezeichnet: mit 3.000 Euro, 2.000 Euro und 1.250 Euro.

Bewerbungen sind bis zum 16. August 2026 möglich.

Weitere Informationen und Bewerbung findet ihr hier.

Öffentliche Wohnzimmer gegen Einsamkeit

Broschüre Einsamkeit 48x36.1Einsamkeit ist oft unsichtbar. Sie ist das fehlende Gespräch im Alltag, der leere Vormittag oder das Gefühl, mit Verantwortung allein zu sein.

Für Mütterzentren ist dieses Thema zentral. Denn Einsamkeit betrifft nicht nur ältere Menschen. Auch Mütter, Alleinerziehende, Menschen mit Sorgeverantwortung, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationsgeschichte oder Menschen in Umbruchsituationen können Einsamkeit erleben. Wer viel Sorgearbeit leistet, hat oft weniger Zeit, Kraft und Möglichkeiten für soziale Teilhabe.

Mütterzentren setzen genau dort an: mit offenen Türen, verlässlicher Begegnung und echter Zugewandtheit. Sie sind Orte, an denen niemand erst ein Problem nachweisen muss, um willkommen zu sein.

Der Landesverband der Mütterzentren NRW hat das Thema Einsamkeit bereits 2023 im Rahmen des digitalen Fachtags Familie aufgegriffen und dazu die Broschüre „So lonely! Wie unsere Netzwerke gegen Einsamkeit wirken“ veröffentlicht. Darin werden Mütterzentren und Mehrgenerationenhäuser als öffentliche Wohnzimmer beschrieben: als niedrigschwellige Begegnungsorte im Quartier, an denen Menschen willkommen sind, miteinander ins Gespräch kommen und eigene Erfahrungen einbringen können.

Für uns als Bundesverband der Mütterzentren ist klar: Gegen Einsamkeit reichen einzelne Projekte nicht aus. Es braucht Orte, die dauerhaft offen sind, Vertrauen wachsen lassen und Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit ernst nehmen. Mütterzentren sind solche Orte.

Zum Weiterlesen:
Die Broschüre „So lonely! Wie unsere Netzwerke gegen Einsamkeit wirken“ des Landesverbands der Mütterzentren NRW
Digitaler Vortrag von Jun.-Prof. Dr. Susanne Bücker zum Fachtag Familie 2023 des Landesverbandes der Mütterzentren in NRW e.V.

Aus der Praxis: Mütterzentrum Braunschweig – Wenn Familie nicht in der Nähe ist

MZ Braunschweig V1Nicht jede Familie hat Großeltern vor Ort. Manchmal leben sie weit weg. Manchmal sind sie früh verstorben. Manchmal gibt es keinen Kontakt. Was dann fehlt, ist oft mehr als praktische Unterstützung. Es fehlt ein Mensch mit Zeit, Lebenserfahrung und einem offenen Ohr.

Genau hier setzt die Wunschgroßelternvermittlung im Mütterzentrum Braunschweig an. Seit 2006 bringt das Mütterzentrum Familien mit älteren Menschen zusammen, die Freude am Kontakt mit Kindern haben und sich eine sinnvolle Aufgabe wünschen. In diesem Jahr feiert das Projekt sein 20-jähriges Bestehen.

Die Anfragen zeigen, wie groß der Bedarf ist. Da ist die alleinerziehende Mutter, die Arbeit und drei kleine Kinder vereinbaren muss und sich jemanden wünscht, dem sie auch einmal ihr Herz ausschütten kann. Da ist der Vater, der nach dem Tod seiner Frau eine vertraute weibliche Bezugsperson für seine Kinder sucht. Und da sind ältere Menschen, deren eigene Familie weiter weg lebt und die sich wünschen, wieder Teil eines lebendigen Familienalltags zu sein.

MZ Braunschweig V4Das Mütterzentrum Braunschweig bringt diese Menschen nicht einfach nur zusammen. Es begleitet die ersten Schritte sorgfältig, nimmt Familien und Wunschgroßeltern auf, führt Gespräche, bereitet passende Begegnungen vor und bleibt auch nach einer Vermittlung ansprechbar.

Wie viel dabei entstehen kann, zeigt eine Szene aus einem Kennenlerngespräch. Ein Schulkind trifft zum ersten Mal einen möglichen Wunschgroßvater. Das Kind hat lange auf eine Vermittlung gewartet. Am Ende verabschiedet es sich mit den Worten: „Ich bin mir sicher, dass Sie genau der richtige Großvater für mich sind.“

Solche Momente zeigen, worum es im Kern geht: Einsamkeit betrifft nicht nur eine Altersgruppe. Familien können sich einsam fühlen, wenn Unterstützung fehlt. Ältere Menschen können sich einsam fühlen, wenn der Alltag still wird. Kinder können etwas vermissen, wenn vertraute ältere Bezugspersonen fehlen.

In Braunschweig sind in den vergangenen zwanzig Jahren rund 400 Vermittlungen entstanden. Viele Wunschgroßeltern treffen „ihre“ Familien regelmäßig, begleiten Kinder über Jahre, hören zu, spielen, gehen nach draußen oder sind einfach da.

MZ Braunschweig V3Das ist keine klassische Dienstleistung, es ist gelebte Familienselbsthilfe. Hier wird deutlich, wie Mütterzentren gegen Einsamkeit wirken: nicht mit schnellen Lösungen, sondern mit Beziehungen, die wachsen dürfen.

Gerade deshalb sind Projekte wie die Wunschgroßelternvermittlung so wertvoll. Sie machen sichtbar, was Mütterzentren seit Jahrzehnten stark macht: offene Türen, gelebte Gemeinschaft und die Überzeugung, dass Sorgearbeit nicht allein in der Familie bleiben darf, sondern eine gemeinsame Aufgabe ist.

Danke an Nina Schenk und Melanie Moronga vom Mütterzentrum Braunschweig für die Einblicke in die Wunschgroßelternvermittlung.

Unser neuer Vorstand

Vorstand 48x36.1Am 11. Juni haben wir während unserer Mitgliederversammlung unseren neuen Vorstand gewählt. Unsere drei Vorständinnen werden uns in den kommenden drei Jahren begleiten und nach außen vertreten.

Yvonne Plöger vom MuM Mehrgenerationenhaus und Mütterzentrum Münster wurde als Vorständin bestätigt. Sie beginnt ihre dritte Amtszeit und bringt ihre Perspektive zu Teilhabe, Frauengesundheit und Inklusion ein.

Daniela Hettich vom Eltern-Kind-Zentrum Stuttgart-West wurde ebenfalls für eine dritte Amtszeit bestätigt. Ihr Schwerpunkt liegt auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Sichtbarmachung von Sorgearbeit.

Sarah Bock vom Mütterzentrum Langen wurde neu in den Vorstand gewählt. Sie setzt sich besonders für die Zukunft der Mütterzentren als wichtige Anlaufstellen für Mütter, Frauen und Familien ein.

Nach vier Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit verabschieden wir Angela Sgro vom MütZe Ingelheim aus dem Vorstand. Sie ist zur neuen Wahlperiode nicht erneut angetreten. Danke, liebe Angela, für deine Zeit, deine Treue und dein Engagement für die Mütterzentren und den Bundesverband.

Herzlichen Glückwunsch an Yvonne, Daniela und Sarah und vielen Dank für euer Engagement! Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit euch. Gemeinsam setzen wir uns weiter für starke Mütterzentren ein: für offene Häuser, in denen Sorgearbeit sichtbar wird, Vereinbarkeit Unterstützung findet und Gemeinschaft jeden Tag gelebt wird.

Materialhinweis: „Ja. Nein. Vielleicht?“

Ja. Nein. Vielleicht 48x36.1Das Bundesfamilienministerium und das Bundesjustizministerium haben ein kostenloses Magazin für Familien mit und ohne Trauschein veröffentlicht.

Darin geht es um Fragen, die im Familienalltag oft erst dann dringend werden, wenn es schwierig wird: rechtliche und finanzielle Unterschiede zwischen Ehe und nichtehelicher Lebensgemeinschaft, Sorgerecht, Unterhalt, Rente, Trennung, Krankheit und Tod.

Für Mütterzentren kann das Heft ein hilfreiches Material für die Auslage sein. Denn viele Fragen rund um Absicherung, Sorgearbeit, finanzielle Eigenständigkeit und Familienformen begegnen euch direkt im Alltag der Häuser.

Das Magazin kann kostenlos bestellt oder als PDF heruntergeladen werden:
www.bmbfsfj.bund.de/magazin

Radio Ohrenspitz - Hörgeschichten für gemeinsame und ruhige Momente

Ohrenspitz 48x36.1„Radio Ohrenspitz“ ist ein kostenfreies Hörangebot für Kinder im Vor- und Grundschulalter, das sich gut in den Alltag von Familien und offenen Einrichtungen einfügt. Die Kinder und Jugendbuchautorin Brigitte Endres stellt hier ruhige, humorvolle und sprachlich sorgfältig erzählte Geschichten zur Verfügung.

Die Hörgeschichten können gemeinsame Familienzeit bereichern, in der Kinder und Erwachsene zusammen zuhören und anschließend ins Gespräch kommen. Gleichzeitig eignen sie sich auch gut zum Alleinhören als verlässliche und kindgerechte Unterhaltung.

Auch für Mütterzentren kann das Angebot interessant sein. Die Geschichten lassen sich gut im offenen Treff, in ruhigen Phasen zwischendurch oder als Abschluss einer Gruppenzeit einsetzen. Sie schaffen Nähe, fördern Sprache und greifen Themen wie Freundschaft, Mut und Mitgefühl auf.

Das Angebot ist ohne Anmeldung frei zugänglich und über YouTube und Spotify unter „Radio Ohrenspitz“ nutzbar. Neue Folgen erscheinen regelmäßig. Den beigefügten Onepager könnt ihr gern ausdrucken und aushängen, damit Familien den QR Code direkt nutzen können

100.000 Mütter – Lasst uns am 9. Mai gemeinsam sichtbar werden

Streiktuch 46x31.6In 3 Wochen ist es so weit: Am 9. Mai gehen wir in Berlin gemeinsam auf die Straße. Wir möchten euch ermutigen, die Demo „100.000 Mütter vor dem Brandenburger Tor“ in eure Häuser, Teams und Netzwerke weiterzutragen und selbst dabei zu sein.

Die Forderungen der Kampagne machen deutlich: Sorgearbeit braucht nicht nur mehr Sichtbarkeit und Anerkennung, sondern echte Gleichstellung, wirksamen Gewaltschutz, ein geschlechtersensibles Gesundheitssystem und politische Rahmenbedingungen, die Mütter und andere Sorgeverantwortliche spürbar entlasten und stärken.

Macht die Demo bei euch vor Ort sichtbar, zum Beispiel mit Aushängen, Hinweisen in euren Gruppen oder über eure Social-Media-Kanäle. Auch kleine Protestspaziergänge können eine gute Möglichkeit sein, schon vor dem 9. Mai ein Zeichen zu setzen.

Hier findet ihr Plakate und Materialien zum Weitergeben:
Plakate und Materialien herunterladen

Mehr Infos zu den Forderungen gibt es hier:
 Zu den politischen Forderungen

Die Telegram-Gruppe zur Vernetzung findet ihr hier:
Zur Telegram-GruppeZur Telegram-Gruppe

Wir freuen uns, wenn viele von euch am 9. Mai dabei sind!

Praktissima 2026: Bewerbt euch noch bis zum 30. Juni!

Die Bewerbungsfrist für die Praktissima 2026 läuft noch bis zum 30. Juni und wir freuen uns schon auf eure Projekte! Zeigt uns, wie ihr Gemeinschaft stärkt, Teilhabe ermöglicht und Räume schafft, in denen Menschen nicht nur ankommen, sondern auch mitgestalten können.

Unterstützt wird die Preisvergabe seit vielen Jahren von der Stiftung Apfelbaum, die auch in diesem Jahr wieder 5.000 €, 3.000 € und 2.000 € für die ersten drei Plätze zur Verfügung stellt.

Bereits heute möchten wir die Jury vorstellen:

Anja Krug Metzinger 400x400 Neu Anja Krug-Metzinger

Anja Krug-Metzinger ist freie Regisseurin und Autorin. In den letzten Jahren hat sie sich intensiv mit der Geschichte der Mutterschaft beschäftigt und gezeigt, warum Gemeinschaft und Unterstützung in der Kindererziehung so wichtig sind.

Monika Neise Monika Neise

Monika Neise, Diplom-Sozialpädagogin, bringt jahrzehntelange Erfahrung in der sozialen Arbeit mit. Sie kennt die Herausforderungen und Potenziale von Mütterzentren aus der Praxis.

Beate von Miquel 400x400 neu Dr. Beate von Miquel

Dr. Beate von Miquel, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, vereint wissenschaftliche und politische Expertise. Sie setzt sich für Gleichstellung, soziale Gerechtigkeit und bessere Rahmenbedingungen für Frauen und Familien ein.

 
Alle Infos zur Ausschreibung findet ihr hier. Habt ihr Fragen? Dann meldet euch gerne bei uns – oder schaut in den nächsten Wochen auf unseren Social-Media-Kanälen vorbei, wo wir weitere Einblicke in die Praktissima geben.

Wir freuen uns auf eure Bewerbungen!

 

Wir leben Leben rgb

Film: Warum unser Mütterzentrum Mitglied im Bundesverband ist:

Gruppenfoto Engagement macht stark aus dem Mütterzentrum Langen