Mütterzentren machen jeden Tag sichtbar, was Familien stärkt, Sorgearbeit entlastet und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.
Als Bundesverband der Mütterzentren treten wir insbesondere ein für Menschen, die täglich Sorgearbeit leisten – für Kinder, für ältere Menschen und für Angehörige mit und ohne Behinderungen. Vielfach sind dies Mütter und andere Frauen. Bei uns kommen ihre Erfahrungen, Belastungen und Perspektiven zu Wort. In unseren Häusern werden ihre Themen sichtbar und hörbar.
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Mütterzentren sind Orte gelebter Selbsthilfe. Hier entstehen Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und Selbstwirksamkeit. Familien finden Raum, um eigene Lösungen zu entwickeln, Verantwortung zu teilen und in entlastenden Strukturen anzukommen. Diese Orte ermöglichen, dass Familienselbsthilfe ihre präventive Wirkung besonders gut entfalten kann.
Mütterzentren stärken damit eine zentrale Grundlage unserer Gesellschaft. Damit diese Wirkung erhalten bleibt, brauchen sie politische Rahmenbedingungen, die ihre Arbeit sichern und ihre Weiterentwicklung ermöglichen.
Deshalb fordern wir für unsere Mütterzentren
- eine auskömmliche bundesweite Finanzierung für Mütterzentren
- Projektfinanzierungen, die unkompliziert und barrierefrei zugänglich gemacht werden
- die Aufnahme präventiver Arbeit und Familienselbsthilfe als Pflichtleistung in SGB VIII
- die Einbindung der Mütterzentren in kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse
Darüber hinaus fordern wir bessere Rahmenbedingungen für Mütter und Sorgearbeit
In unseren Mütterzentren wird deutlich, dass insbesondere Mütter Sorge- und Pflegeverantwortung übernehmen. Da Sorgearbeit eine gesamtgesellschaftliche Leistung ist, muss die Politik sicherstellen, dass Mutterschaft nicht länger mit einem erhöhten Armuts- und Gesundheitsrisiko einhergeht. Die Reduktion der Erwerbsarbeit bei Ankunft eines Kindes darf nicht der Startpunkt eines finanziellen Risikos sein.
Wir fordern eine aktive politische Strategie, die die wirtschaftliche und gesundheitliche Sicherheit von Müttern stärkt und Sorgearbeit gerecht in der Gesellschaft verankert.
Insbesondere fordern wir
- politische Anreize zu setzen, die Sorgearbeit gezielt aufwerten und gerechter zwischen allen Geschlechtern und der gesamten Gesellschaft umverteilen
- eine flächendeckende Infrastruktur für Kinderbetreuung und Pflege, die nicht nur bedarfsgerecht, menschenwürdig und liebevoll ist, sondern deren Kosten auch solidarisch von der gesamten Gesellschaft getragen werden
- strukturelle Hürden für Mütter abzubauen, damit gleichberechtigte Mitbestimmung in Politik und Wirtschaft garantiert wird
- einen einfachen und barrierefreien Zugang zu familienunterstützenden Leistungen
Mütterzentren zeigen jeden Tag, dass starke Gemeinschaften Familien stärken. Damit diese Wirkung dauerhaft bestehen kann – in den Mütterzentren sowie in der Gesellschaft – braucht es politische Entscheidungen, die Mütterzentren und Mütter verlässlich absichern und Sorgearbeit gerecht aufwerten.

